heißt Gefäßerkrankung. Bei einer schlechten Blutzuckereinstellung über einen längeren Zeitraum können Schäden an den kleinen und großen Blutgefäßen entstehen. Deutliche Veränderungen an den großen Gefäßen (=Makroangiopathie) sind häufig bei bei Typ-2-Diabetikern, deren Erkrankung oft über Jahre nicht diagnostiziert und behandelt wurde.
Schäden an den kleinen Haargefäßen nennt man Mikroangiopathien. Sie treten beispielsweise an der Netzhaut (Retinopathie) oder den Nierengefäßen (Nephropathie) auf. Die kleinen Kapillargefäße weisen dann Ausweitungen, Risse oder „Umleitungen“ auf. Sind diese Veränderungen sehr ausgeprägt, können sie zu dauerhaften schweren Schäden an Auge und Niere führen.
Berechnungs- oder Broteinheit. Die Broteinheit (BE) ist eine Berechnungseinheit für den Gehalt bestimmter Kohlenhydrate in Speisen, die für die Ernährung bei Diabetes mellitus wichtig sind. Sie bezeichnet eine Menge von 10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate (auch Kohlenhydrat-Einheiten, KH/KHE). Der tägliche Bedarf an Kohlenhydraten kann über Berechnungstabellen/Broteinheitenrechner anhand von Geschlecht, Alter, Körpergröße und –gewicht bestimmt werden. Die bedarfsgerechte Einnahme trägt zur Einhaltung einer Diät bei Diabetes mellitus bei.
ist ein Medikament, das die gestörte Reaktion der Zellen auf Insulin (Insulinresistenz) vermindert und die Glukoseaufnahme in Muskulatur und Fettgewebe verbessert. Metformin wird nach den Mahlzeiten eingenommen. Die Einnahme kann von Magen-Darm-Beschwerden begleitet werden kann, die meist nur zu Beginn der Therapie auftreten.
Ist ein bekannter Risikofaktor für Diabetes, der oftmals einhergeht mit erhöhtem Blutzucker und hohen Blutfettwerten. Schäden an Gefäßwänden der Arterien nehmen zu, die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern sich und die Schwelle für die Blutgerinnung ist herabgesetzt, was zur Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen) führen kann. Daraus ergibt sich ein hohes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Unter Blutzucker versteht man die Höhe des Glukoseanteils (Glukosespiegel) im Blut. Glukose ist ein wichtiger Energielieferant des Körpers. In der Medizin ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert ein wichtiger Indikator für Diabetes. Er erhöht die Gefahr von Gefäßschädigungen (Siehe auch: Angiopathien).
Der Body-Mass-Index oder BMI gibt einen empfehlenswerten Gewichtsrahmen an, der sich wie folgt errechnet: Körpergewicht [kg], geteilt durch das Quadrat der Körpergröße [m] (Körpergewicht/(Körpergröße in m)2. Ein optimaler BMI liegt zwischen 19 und 25, ist aber vom Alter und anderen Faktoren (wie z.B. Krankheiten) abhängig.
DDB (Deutscher Diabetiker Bund)
Selbsthilfeorganisation für Diabetikerinnen und Diabetiker sowie deren Angehörige. Bundesweite Interessenvertretung mit Bundesverband und Landesverbänden.
DDG (Deutsche Diabetes-Gesellschaft)
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft ist eine Organisation, in der sich Diabetologen zusammengeschlossen haben. Wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung und Behandlung des Diabetes mellitus.
Der Diabetes, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Stoffwechselerkrankung. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen des Diabetes mellitus. Siehe auch: Typ-1-Diabetes; Siehe auch Typ-2-Diabetes
Medikamentengruppe der Inkretinverstärker. Tragen zur Regulation des Glukosestoffwechsels bei. Siehe auch: Gliptine
fördern – ähnlich wie die Sulfonylharnstoffe – die körpereigene Insulinproduktion, indem sie die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) stimulieren, Insulin freizusetzen. Die Tabletten müssen jeweils vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Während der Therapie können Unterzuckerungen (Hypoglykämien) auftreten. Glinde werden schneller vom Körper aufgenommen als Sulfonylharnstoffe.
sind eine moderne Wirkstoffklasse der Inkretinverstärker (GLP I/GIP) bei Typ-2-Diabetes. Sie unterstützen die körpereigenen Kräfte dabei, den Blutzucker zu senken, indem sie die Insulinproduktion anregen und die Glukagonausschüttung senken. Bei anderen Therapien häufiger beobachtete Nebenwirkungen, wie z. B. Gewichtszunahme oder starke Unterzuckerung, kommen hier nicht häufiger zum Tragen, da die Wirkung glukoseabhängig ist. Gliptine, auch DPP4-Hemmer genannt, lassen sich flexibel kombinieren – sowohl mit anderen Diabetestabletten als auch mit Medikamenten, die möglicherweise aufgrund anderer Erkrankungen eingenommen werden müssen.
Ist ein Hormon, das den Anstieg des Blutzuckerspiegels bewirkt. Es ist der natürliche Gegenspieler zu Insulin.
Bei der Blutzuckerbestimmung wird der Glukosegehalt des Blutes gemessen.
Der Glykämische Index gibt die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel an. Teilweise wird dafür auch der Begriff Glyx verwendet oder die Abkürzung GI. Je höher der Wert ist, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel an. Der Glykämische Index gibt in Zahlen die blutzuckersteigernde Wirkung der Kohlenhydrate bzw. der Lebensmittel an. Traubenzucker dient dabei als Referenzwert (100).
Blutzuckerlangzeitgedächtniswert. HbA1 ist eine der vier Untergruppen des Hämoglobins, (roter Blutfarbstoff, der den Sauerstoff im Blut transportiert). Lagert sich Glukose (Einfachzucker) an die Untergruppe HbA0 an, dann entsteht HbA1 bzw. HbA1c. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto höher der HbA1c-Wert. Er gibt die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten 8-10 Wochen an. Der HbA1c-Wert sollte unter 6,5 % (=sehr gute Einstellung) oder unter 7,5 % (=gute Einstellung) liegen. Achtung: Die Normbereiche weichen bei unterschiedlichen Untersuchungsmethoden voneinander ab.
Hormone sind biochemische Botenstoffe des Körpers, die von spezialisierten Zellen produziert und abgegeben werden, um spezifische Wirkungen oder Regulationsfunktionen zu verrichten. Zu den Hormonen, die den Glukosestoffwechsel im Blut regulieren, zählen unter anderem Insulin und Glukagon.
ist der medizinische Ausdruck für einen erhöhten Blutzuckerspiegel.
oder kurz Hypo bedeutet: zu wenig Zucker im Blut. Das Gehirn benötigt Zucker. Bei zu niedrigen Blutzuckerwerten kommt es auch zu einem Zuckermangel im Gehirn, was zu leichten bis schweren Bewusstseinseinschränkungen führen kann. Bei einer schweren Hypoglykämie benötigt der Betroffene fremde Hilfe, um den Blutzuckerwert durch Zuckerzufuhr wieder in den Normbereich zu bringen.
ist ein körpereigenes Hormon, das in den Betazellen der Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es reguliert die Aufnahme von Glukose in Körperzellen und wirkt blutzuckersenkend. Es dient gewissermaßen als Schlüssel für die Zelle zur Umwandlung der Glukose in die benötigte Energie. Fehlt Insulin, steigt der Blutzuckergehalt an.
Insulinresistenz oder Insulinunempfindlichkeit
Von einer Insulinresistenz spricht man, wenn der Organismus vermindert auf Insulin reagiert.
oder kurz KH sind bevorzugte Energieträger des menschlichen Organismus. Kohlenhydrate werden in der Leber und im Muskel in Form von Glykogen (= Vorstufe von Glukose) gespeichert. Vor allem die roten Blutkörperchen und die Nervenzellen sind auf Glukose als Energielieferant angewiesen.
Die Kohlenhydrate werden in drei Klassen eingeteilt:
a) Einfachzucker (Monosaccharide) bestehen aus einem Zuckermolekül, z. B. Trauben- und Fruchtzucker.
b) Doppelzucker (Disaccharide) bestehen aus zwei Molekülen, z. B. Rohr- und Rübenzucker (das ist der Haushaltszucker).
c) Vielfachzucker (Polysaccharide) wie Stärke und Zellulose bestehen aus vielen langkettigen und verzweigten Zuckermolekülen.
Siehe Biguanide.
Ist der Oberbegriff für unterschiedliche Erkrankungen im Bereich der Niere. Zu den Nierenschädigungen gehört die diabetische Nephropathie als Spätkomplikation des Diabetes mellitus.
ist eine Erkrankung des Nervensystems, die auch als Spätfolge von Diabetes mellitus entstehen kann.
Als Podologie wird die nichtärztliche Heilkunde am Fuß bezeichnet. Podologen sind spezialisiert auf Prävention, Therapie und Rehabilitation im Bereich der medizinischen Fußpflege. Besonders für Behandlungsmaßnahmen, die mit Risiken verbunden sind, sollten Diabetiker einen Podologen aufsuchen. Beim sogenannten „Diabetischen Fuß“, einer schweren Gefäßerkrankung im Zusammenhang mit Diabetes mellitus, ist es ratsam, einen Facharzt aufzusuchen.
Vorbeugung. Um die Entstehung eines Typ-2-Diabetes zu verhindern, sollte auf die Einhaltung des Normalgewichts und ausgewogene Ernährung geachtet werden. Besteht bereits Übergewicht, sollten regelmäßig Blutzucker- und Blutfettwerte vom Arzt kontrolliert und das Gewicht dauerhaft reduziert werden. Auf Rauchen und Alkohol sollte verzichtet werden.
Erhöht bei Diabetikern eindeutig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen und Schlaganfälle. Durchblutungsstörungen in den Beinen und schwere Nierenschäden treten vermehrt auf.
Unter Schwangerschaftsdiabetes versteht man einen erhöhten Blutzuckerspiegel der Mutter während der Schwangerschaft. Er äußert sich etwa ab dem siebten Monat und verschwindet nach der Geburt oftmals von selbst. Er kann eine erhöhte Gefahr für eine Fehlgeburt bedeuten, das Geburtsgewicht des Kindes kann stark ansteigen (> 4.000 g) und es kann zu vergrößerten, unreifen inneren Organen mit schweren Folgeschäden für das Kind kommen. Es ist daher wichtig, den Blutzuckergehalt während der Schwangerschaft zu kontrollieren und gut einzustellen.
werden bei Typ-2-Diabetes eingesetzt und steigern die Ausschüttung von Insulin aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Sie wirken unspezifisch, ganz unabhängig vom aktuellen Blutzuckerspiegel. Die Einnahme erfolgt vor den Mahlzeiten. Häufige Begleiterscheinungen sind Gewichtszunahme und Hypoglykämien (Unterzuckerung) bei Überdosierung.
Immunvermittelte Zerstörung der ß-Langerhans-Zellen der Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Tritt vorwiegend im jugendlichen Alter auf, ist aber auch bei Erwachsenen möglich. Vereinzelt wurde der Typ-1-Diabetes auch bei übergewichtigen, älteren Menschen beobachtet. Typ-1-Diabetes entsteht meist durch eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen zerstört werden. Die Folge ist absoluter Insulinmangel.
Der überwiegende Teil der Zuckerkranken ist von Typ-2-Diabetes betroffen. Dieser wird meist im Alter von über 40 Jahren festgestellt und entsteht durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin (Insulinresistenz) in Kombination mit einer nachlassenden Insulinproduktion und -sekretion in der Bauspeicheldrüse.
Die wichtigsten Symptome des Diabetes sind: sehr starkes Durstgefühl, deutlich vermehrte Harnausscheidung, Gewichtsverlust und Schwäche, aber auch Haut-, Schleimhaut- und Zahnfleischerkrankungen sowie Juckreiz.
α-Glykosidasehemmer (Acarbose und Miglitol)
sind Diabetesmedikamente, die den Abbau von Kohlenhydraten wie Stärke und Haushaltszuckern zu Einfachzuckern durch Enzyme im Darm behindern. Sie verzögern damit die Aufnahme von Einfachzuckern ins Blut. Acarbose und Miglitol werden als Zusatztherapie zu einer Diät bei Typ II-Diabetes eingesetzt. Sie sollten unmittelbar vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Einnahme kann von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfungen begleitet sein. α-Glykosidasehemmer sollten bei chronischen Darmerkrankungen und Niereninsuffizienz nicht eingenommen werden.








