Diabetes verstehen

Eine Stoffwechselerkrankung, die jeden treffen kann

Wenn wir essen, steigt im Blut die Zuckerkonzentration an. Das Kohlenhydrat Zucker – auch Glukose genannt – spielt im Körper als Energielieferant eine wichtige Rolle. Ohne Glukose können Muskeln und Organe nicht arbeiten. Für die Regulation des Blutzuckers ist das Hormon Insulin zuständig. Diabetes mellitus ist eine Störung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels, die zur Folge hat, dass der Körper den Blutzucker nicht richtig verwerten kann.


Man unterscheidet zwei Hauptarten des Diabetes

Der Typ-1-Diabetes beginnt vorwiegend in der Jugend und entsteht durch eine Zerstörung der Zellen, die das Hormon Insulin produzieren (absoluter Insulinmangel).

Vom Typ-2-Diabetes ist der überwiegende Teil der Zuckerkranken betroffen. Er wird meist im Alter von über 40 Jahren festgestellt und ist zum einen auf eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen auf Insulin (Insulinresistenz) zurückzuführen und zum anderen auf eine verminderte Tätigkeit der Insulin produzierenden Zellen.


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Die Erkrankung: Was passiert im Körper?

 

Typ-2-Diabetes – einfach so?

Die Ursachen für Typ-2-Diabetes sind vielschichtig. Heute weiß man, dass insbesondere Übergewicht, zu wenig Bewegung und eine unausgewogene Ernährung das Risiko deutlich erhöhen. Da diesen „Zivilisationslastern“ auch viele junge Menschen verfallen sind, nimmt der Diabetes auch bei ihnen immer mehr zu.

Hoch oder niedrig? – die Blutzuckermessung

Diabetes verstehen
Der Blutzucker wird in der Regel nüchtern gemessen und in mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder mmol/l (Millimol pro Liter) angegeben. Der Normalbereich des Blutzuckerwertes liegt nüchtern bei Gesunden zwischen 80 und 100 mg/dl (4,4 – 5,6 mmol/l). Von einem erhöhten Blutzucker spricht man, wenn dieser Wert über 100 mg/dl (> 5,6 mmol/l) liegt. Bei Menschen mit Diabetes liegt der Zielwert des Nüchternblutzuckers unter 120 mg/dl (< 6,7 mmol/l) und darf ein bis zwei Stunden nach dem Essen auf bis zu maximal 140mg/dl (7,8 mmol/l) ansteigen.

HbA1C – Ihr „Blutzuckergedächtnis“

Ein weiterer wichtiger Messwert ist der HbA1c, der die durchschnittlichen Blutzuckerwerte der letzten zwölf Wochen widerspiegelt. Mit Hilfe der Prozentwerte des HbA1c kann der Arzt den Verlauf der Erkrankung und den Erfolg der Behandlung über mehrere Wochen beurteilen. Ziel der Therapie ist ein möglichst normnaher HbA1c-Wert unter 6,5 Prozent.

Das „Gegenspielerprinzip“ von Insulin und Glukagon

Neben Insulin ist noch ein zweites Hormon für die Steuerung des Blutzuckers wichtig: das Glukagon. Während Insulin den Blutzuckerspiegel senkt, veranlasst Glukagon einen Wiederanstieg des Blutzuckerspiegels. Würde der Körper ausschließlich Insulin produzieren, wäre unweigerlich zu wenig Glukose im Blut. Nur wenn beide Hormone aktiv sind, kann der Körper den Blutzuckerspiegel regulieren und im Gleichgewicht halten. Bei Menschen mit Diabetes ist dieses Regulativ gestört.

 

Das "Gegenspielerprinzip"von Insulin und Glukagon

 

Erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie)

Leichte Blutzuckererhöhungen bleiben oft unbemerkt. Frühe Zeichen erhöhter Werte wie Müdigkeit und Kraftlosigkeit werden nicht selten unterschätzt. Deshalb bleibt der Diabetes häufig so lange unentdeckt.

Zu den Symptomen einer Hyperglykämie zählen:

  • Häufiger Harndrang
  • Durst und eine trockene Zunge
  • Müdigkeit
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Acetonnachweis im Urin (Teststreifen)

Hohe Blutzuckerwerte bei langjährigem Diabetes mellitus führen zu Folgeschäden, vorwiegend an Augen, Nieren, Nervensystem, Herz, Gehirn und Gefäßen.

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