Im Umgang mit Diabetes stellen sich vielen Patienten und Angehörigen die gleichen Fragen. Zu den Themen Krankheitsbild, Ernährung und Medikamente finden Sie hier kompakt zusammengefasste Antworten.
Fragen zu Diabetes
1. Was sind Symptome für Diabetes?
- starker Durst
- vermehrtes Wasserlassen
- unerklärbare Gewichtsabnahme
- Müdigkeit und Leistungsabfall
- Heißhunger
- Neigung zu Infektionen
- schlecht heilende Wunden
- Wadenkrämpfe
- Sehstörungen
- Juckreiz
- Potenzstörungen
- Azetongeruch (obstartiger Geruch) der Atemluft
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
2. Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Typ-2-Diabetes mellitus?
- Übergewicht
- Bewegungsarmut
- falsche Ernährung
- Bluthochdruck
- Alkohol
3. Kann Typ-2-Diabetes verhindert werden?
Für Menschen, die eine starke erbliche Veranlagung für Typ-2-Diabetes haben, lohnt sich eine Lebensumstellung auf gesunde, fettarme Ernährung und regelmäßige Bewegung. Damit haben sie gute Chancen, das Entstehen eines Typ-2-Diabetes zu verhindern.
Fragen zur Ernährung
1. Nie wieder Fast Food?
Die Ernährung von Menschen mit Diabetes sollte nichts anderes sein als das, was man als „gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Kost“ bezeichnet. Dazu zählt streng genommen kein Fast Food. Da sich jedoch die Vorstellungen von Diabetes-Kost in den letzten Jahren gelockert haben, ist ab und zu auch der Verzehr eines Hamburgers erlaubt, so lange kein süßes Milkshake und keine fetten Pommes frites hinzukommen. Wichtig ist die Gesamtmenge an Kohlenhydraten, die über den Tag verteilt aufgenommen wird.
2. Nie wieder Alkohol?
Menschen mit Diabetes dürfen – in Maßen – Alkohol trinken, solange sie einige Regeln beachten. So sollte Alkohol beispielsweise nur zum Essen getrunken werden, und bei Wein sind die trockenen Sorten zu bevorzugen. Alkohol hat außerdem eine blutzuckersenkende Wirkung, was die Gefahr einer Unterzuckerung erhöht. Deshalb sollte bei Alkoholkonsum der Blutzucker besonders engmaschig kontrolliert werden. Bei einigen Medikamenten ist eine Wechselwirkung mit Alkohol möglich – fragen Sie Ihren Arzt danach.
3. Broteinheiten, Nährwerttabellen – woran soll ich mich orientieren?
Die Zeiten einer strengen Diabetes-Diät nach Broteinheiten sind vorbei. Allerdings können Nährwert- und Kalorientabellen helfen, ein Gefühl für die Inhaltstoffe von Nahrungsmitteln zu entwickeln. Nach einiger Zeit stellt sich dann bei vielen Menschen mit Diabetes eine Routine in der Beurteilung von Nahrungsmitteln ein.
Fragen zur medikamentösen Therapie
1. Kommt es unter Blutzuckertabletten zu einer Gewichtszunahme?
Einige der Blutzuckertabletten können zur Gewichtszunahme führen, dazu zählen vor allem die Glitazone und Sulfonylharnstoffe. Bei modernen Wirkstoffen, wie zum Beispiel bei Gliptine (auch als DDP4-Hemmer bezeichnet), kommt es nicht zu einer Gewichtszunahme.
2. Was passiert, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
Wenn die Tabletteneinnahme einmal vergessen wurde, sollte zunächst der Blutzucker kontrolliert werden. Ob Sie nachdosieren können, hängt vom Medikament ab. Entscheidend sind dafür die Hinweise auf dem Beipackzettel und die Empfehlung des Arztes. Fragen Sie im Zweifelsfall lieber nach!
3. Wann muss Insulin gespritzt werden?
Nach der Diagnosestellung wird in der Regel zunächst eine Basistherapie aus Ernährungsumstellung, Bewegung und Metformin versucht. Wenn dadurch innerhalb von drei Monaten das Blutzucker-Ziel nicht erreicht wird, entscheidet der Arzt meist, zunächst eine Therapie mit weiteren Tabletten zu beginnen. Wenn auch mit diesen Medikamenten keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden, kann die Umstellung auf andere Tabletten sinnvoll sein. Vielleicht spricht der Patient besser auf andere Wirkstoffe an. Kann auch damit der Blutzucker nicht ausreichend gesenkt werden, ist möglicherweise die Umstellung auf Insulin angezeigt.
Es ist jedoch nicht zwingend erforderlich, dass es dann lebenslang bei der Insulintherapie bleibt. Wenn Ihre Blutzuckerwerte es zulassen, ist auch eine Umstellung Ihrer Therapie zurück auf Diabetes-Tabletten möglich.








