Eine Sache des Lifestyles? Ernährung und Bewegung
Stellen Sie sich ein paar ehrliche Fragen – was haben Sie sich schon länger vorgenommen: Mehr Bewegung? Gesünderes Essen? Endlich das Rauchen aufgeben? Sogenannte „Lifestyle-Aspekte“ sind ein wichtiger Baustein in der Therapie des Typ-2-Diabetes und umfassen nicht nur Ess- und Trinkgewohnheiten, sondern auch körperliche Aktivitäten, Alkohol- und Nikotinkonsum. Zu Beginn der Therapie sollten Sie eine Änderung der Lebensgewohnheiten anstreben, mit der Sie große Behandlungsfortschritte erreichen können. Sie müssen ja nicht immer alles gleich auf einmal anpacken. Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel.
Die Therapie mit Tabletten
Reicht eine Änderung des Lebensstils nicht aus, gibt es eine Reihe wirksamer Arzneimittel, die helfen können, den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die gängigsten Tabletten, die bei Typ-2-Diabetes verordnet werden.
1. Metformin
Auch als Biguanid bekannt, vermindert es die gestörte Reaktion der Zellen auf Insulin (Insulinresistenz) und verbessert die Glukoseaufnahme in Muskulatur und Fettgewebe. Metformin wird nach den Mahlzeiten eingenommen, was von Magen-Darm-Beschwerden begleitet werden kann, die meist nur zu Beginn der Therapie auftreten.
2. Glitazone
Vermindern die Insulinresistenz und verbessern die Insulinempfindlichkeit von Leber, Muskulatur und Fettgewebe. Die Einnahme erfolgt unabhängig von den Mahlzeiten. Im Therapieverlauf kommt es häufig zu einer Gewichtszunahme. Auch Störungen des Knochenstoffwechsels sind möglich, was besonders für Menschen mit Osteoporose problematisch sein kann.
3. Sulfonylharnstoffe
Sie steigern die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse und wirken unspezifisch, ganz unabhängig vom aktuellen Blutzuckerspiegel. Die Einnahme erfolgt vor den Mahlzeiten. Häufige Begleiterscheinungen sind Gewichtszunahme und Hypoglykämien (Unterzuckerung) bei Überdosierung.
4. Glinide
Fördern – ähnlich wie die Sulfonylharnstoffe – die körpereigene Insulinproduktion, indem sie die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) stimulieren, Insulin freizusetzen. Die Tabletten müssen jeweils vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Während der Therapie können Unterzuckerungen (Hypoglykämien) auftreten.
5. Acarbose
Verzögert den Abbau von Kohlenhydraten (Zucker, Stärke) im Darm und damit die Aufnahme von Zucker ins Blut. Acarbose muss unmittelbar vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Einnahme wird häufig von Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl und Verstopfungen begleitet. Gelegentlich können auch Durchfall und Bauchschmerzen auftreten.
6. Gliptine
Gliptine sind eine moderne Wirkstoffklasse, die die körpereigenen Kräfte unterstützt. Bei anderen Therapien häufiger beobachtete Nebenwirkungen, wie z. B. Gewichtszunahme
oder starke Unterzuckerung, kommen hier nicht häufiger zum Tragen als unter Scheinmedikamenten (Placebo).1 Gliptine, auch DPP4-Hemmer genannt, lassen sich flexibel kombinieren – sowohl mit anderen Diabetestabletten als auch mit Medikamenten, die Sie möglicherweise aufgrund anderer Erkrankungen einnehmen müssen.
Die meisten Therapien bei Typ-2-Diabetes fokussieren ihre Wirkung auf das Insulin. Die Gliptine beeinflussen darüber hinaus auch das Glukagon und unterstützen so die natürliche Blutzuckerregulierung des Körpers.
Animation Wirkmechanismus DPP4-Hemmung

1 Nebenwirkungen liegen bei den Gliptinen auf Placebo-Niveau (Placebo = Scheinmedikament ohne Wirkstoff)








